Tajwid-Regeln: Übersicht mit Beispielen

Tajwid-Regeln: Übersicht mit Beispielen

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Tajwid ist die Kunst, den Koran so zu rezitieren, wie er offenbart wurde: jedem Buchstaben seine Artikulationsstelle, seine Eigenschaften und die daraus folgenden Regeln zu geben. Diese Übersicht fasst die wichtigsten Tajwid-Regeln nach der Lesart Hafs zusammen – einfach erklärt, mit Beispielen.

Die Tajwid-Regeln auf einen Blick

ThemaRegelnKurz erklärt
Artikulationsstellen (Machaarij)Kehle, Zunge, Lippen, Mundhöhle, NasenraumWoher jeder Buchstabe kommt
Nun Sakin und TanwinIzhar, Idgham, Iqlab, IkhfaJe nach folgendem Buchstaben
Mim SakinIkhfa schafawi, Idgham schafawi, Izhar schafawiDrei Fälle
GhunnaNasalierung von Nun und Mim mit SchaddaZwei Zählzeiten
QalqalaNachhall bei ق ط ب ج د mit SukunDeutlicher beim Pausieren
Madd (Dehnungen)Natürlich (2) und sekundär (wegen Hamza oder Sukun)2 bis 6 Zählzeiten
Schwere und leichte Buchstabenخ ص ض غ ط ق ظ immer schwer; ر und das ل in „Allah“ wechselndJe nach Vokal
Pausieren und NeuansetzenPausenzeichen im MushafDen Sinn nicht verändern

1. Nun Sakin und Tanwin

  • Izhar (deutliche Aussprache) vor den sechs Kehllauten: ء ه ع ح غ خ.
  • Idgham (Angleichung) vor ي ر م ل و ن: mit Ghunna vor ي ن م و, ohne Ghunna vor ل ر.
  • Iqlab (Umwandlung) vor ب: Das Nun wird zu Mim mit Ghunna.
  • Ikhfa (Verbergen) vor den übrigen fünfzehn Buchstaben, mit Ghunna.

2. Mim Sakin

  • Ikhfa schafawi vor ب, mit Ghunna.
  • Idgham schafawi vor م, mit Ghunna.
  • Izhar schafawi vor allen anderen Buchstaben, besonders vor و und ف.

3. Die Dehnungen (Madd)

  • Natürlicher Madd: 2 Zählzeiten bei ا و ي ohne folgende Hamza oder Sukun.
  • Verbundener Pflicht-Madd (Wadschib muttasil): Hamza im selben Wort, 4 oder 5 Zählzeiten in Hafs.
  • Getrennter erlaubter Madd (Dscha’iz munfasil): Hamza am Anfang des nächsten Wortes, 4 oder 5 Zählzeiten in Hafs über die Schatibiyya.
  • Notwendiger Madd (Lazim): festes Sukun nach dem Dehnungsbuchstaben, 6 Zählzeiten.
  • Madd beim Pausieren (‘Arid): Sukun durch das Pausieren, 2, 4 oder 6 Zählzeiten.

4. Qalqala, Ghunna und schwere Buchstaben

Die Qalqala ist ein leichter Nachhall bei ق ط ب ج د mit Sukun; beim Pausieren ist er deutlicher. Die Ghunna ist ein Nasallaut von zwei Zählzeiten bei Nun und Mim mit Schadda. Die schweren Buchstaben (خ ص ض غ ط ق ظ) werden immer mit „vollem“ Mund gesprochen, während ر und das ل im Namen „Allah“ sich nach dem vorangehenden Vokal richten.

Wie lernt man diese Regeln?

Regeln zu lesen ist ein guter Anfang, aber Tajwid lernt man vor allem mit dem Ohr: einer qualifizierten Lehrkraft zuhören, rezitieren, korrigiert werden. So arbeitet unser Tajwid-Kurs online – im Einzelunterricht, auch auf Deutsch, mit Al-Azhar-Absolventen. Wer noch kein Arabisch lesen kann, beginnt mit der Qaida Nuraniya.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Tajwid-Regeln gibt es?

Die Regeln lassen sich in wenige große Kapitel ordnen: Artikulation und Eigenschaften der Buchstaben, Nun und Mim Sakin, Ghunna, Qalqala, Dehnungen, schwere und leichte Buchstaben sowie Pausieren.

Ist Tajwid Pflicht?

Nach Ansicht der Gelehrten ist es Pflicht, ohne Fehler zu rezitieren, die Buchstaben oder Vokale verändern; die Feinheiten erlernt man danach mit einer Lehrkraft.

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Kann man Tajwid allein lernen?

Die Regeln kann man allein lernen, die Aussprache wird aber vor allem durch eine Lehrkraft korrigiert, die zuhört.

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